Heute hatten wir mit unseren Kindern und ihren Lernpaten das Jahresabschlussfest gefeiert. Der nachstehende Bericht wurde in den Tageszeitungen veröffentlicht:

„Keine Angst, die Stadt brennt nicht wirklich!“

Dass die Lernpaten des Kinderschutzbundes mit ihren Patenkindern eben nicht nur lernen bewies wieder einmal der Jahresabschluss der verschiedenen Gruppen im Kreis Olpe. In Attendorn gönnten sich Kinder und Paten diesmal ein besonderes Erlebnis: Stadtführerin Anja Geuecke erwartete die Gruppe am Bieketurm, von wo aus es zu einer gut einstündigen Führung durch einen der spannendsten Teile unserer Stadt(geschichte) losging. Der erste Höhepunkt war auch gleich das Innere des Bieketurms, das den Kindermündern ein staunendes „Aah!“ und „Ooh!“ entlockte, angesichts der Fahnen, historischen Waffen und Rüstungen, die dort ausgestellt sind. Außerdem erklärte Anja Geuecke ihren jungen und älteren Zuhörern, dass sich unter dem Ausstellungstisch in der Mitte des Raumes ein Verlies befand, ein Gefängnis für die „nicht ganz so schlimmen Verbrecher“, z.B. für die Diebe. Die Treppe in das dunkle Obergeschoss verlangte den kurzen Kinderbeinen allerhand ab, dennoch ließen die Kinder es sich nicht nehmen, auch dort hinauf zu klettern. Vom Bieketurm aus ging es zum Pulverturm und zum Kleinen Graben mit der „ersten Jugendherberge Attendorns“. Fanden die Kinder das Verlies im Bieketurm schon gruselig, so sollten sie am Pulverturm erst recht das Fürchten lernen. Wie sie erfuhren, saßen hier die wirklich schlimmen Unholde ein, u.a. Anna Katharina Schnütgen, die für den großen Stadtbrand im Jahre 1783 verantwortlich war. Ein Blick in das Untergeschoss des Turmes überzeugte die Kinder, dass es früher noch ratsamer war als heute, sich an das Gesetz zu halten. Dieser Anna Katharina Schnütgen sollte die Gruppe kurz darauf tatsächlich in Person begegnen: Im Keller des Pfarrheims nämlich, dort wo früher Pferde untergebracht waren, stand plötzlich an der Stelle, an der gerade noch Anja Geuecke lebhaft erzählt hatte, eben jene wahnsinnige Frau aus dem 18. Jahrhundert und zog Kinder und Paten mit ihrer Schilderung des großen Stadtbrands in ihren Bann. Große Augen und offene Münder verfolgten die furchterregend authentisch wirkende Beschreibung, so dass Anja Geuecke, nachdem sie sich der Verkleidung entledigt hatte, die Kinder schnell wieder beruhigte: „Keine Angst, die Stadt brennt nicht wirklich.“ Nach diesem gelungenen Erlebnis für Groß und Klein wärmte man sich in der Pizzeria auf und stillte nach dem Wissensdurst nun auch den Hunger.

Auch in Wenden-Gerlingen ließen sich Paten und Kinder in gemütlicher Runde Pizza schmecken, in Olpe rollten zunächst Kugel und Kegel, bevor die Teilnehmer sich dann in der Joghurteria ein leckeres Eis selbst zusammenstellen durften. Außerdem bekamen die Kinder an allen drei Standorten individuell ausgesuchte Buchgeschenke zum Abschluss des Lernpatenjahres. Eine besondere Aktion führte Vorstandsmitglied Beate Dresbach ins Frauenhaus nach Olpe. Hier übergab sie wenige Tage vor Heiligabend Geschenke für die Kinder, die Weihnachten im Frauenhaus statt unter dem Weihnachtsbaum zuhause verbringen mussten. Mit den Päckchen konnte der Kinderschutzbund Wünsche erfüllen, die die Kinder vor dem Fest aufgeschrieben hatten. Entsprechend groß war die Freude beim Empfang der Geschenke.